„Wem gehört diese Domain eigentlich?"
Diese Frage taucht meist in einem von drei Momenten auf. Sie wollen eine Domain kaufen, doch der bisherige Inhaber reagiert nicht auf Anfragen über die Website. Oder eine .de-Domain, die Sie für Ihr Unternehmen registrieren wollten, ist plötzlich vergeben, und Sie wissen nicht, wer sie sich gesichert hat. Oder es gibt intern Streit: Ein ehemaliger Mitarbeiter hat vor Jahren eine Domain auf seinen privaten Namen angemeldet, das Unternehmen zahlt seither die Rechnung, und formal ist unklar, wem sie gehört. In all diesen Fällen ist WHOIS der erste Anlaufpunkt, bevor Anwalt oder Registrar eingeschaltet werden.
Was die Abfrage zeigt, und was nicht mehr
WHOIS ist ein jahrzehntealtes Protokoll. Die Antwort kommt direkt von der zuständigen Registry, bei .de-Domains von der DENIC, bei .com von VeriSign, bei IP-Adressen von einer regionalen Internet-Registry. Typischerweise erhalten Sie:
- Registrar: der Anbieter, über den die Domain läuft, etwa IONOS, GoDaddy, united-domains oder Cloudflare Registrar.
- Erstellungsdatum: wann die Domain zum ersten Mal registriert wurde.
- Ablaufdatum: bis wann die Registrierung läuft, bevor die Domain wieder frei wird.
- Nameserver: welche Server die DNS-Zone verwalten.
- Domain-Status: Codes wie
clientTransferProhibited, die zeigen, ob ein Registrar-Wechsel derzeit gesperrt ist.
Was Sie in den meisten Fällen nicht mehr sehen: Name, Adresse oder E-Mail des Inhabers. Dazu gleich mehr.
Der Sonderfall .de
Bei .de-Domains gibt die DENIC von sich aus nur einen reduzierten Datensatz heraus: technischer Status, Registrar, Nameserver. Wer den Inhaber ermitteln möchte, braucht ein berechtigtes Interesse und muss ein gesondertes Auskunftsformular bei der DENIC stellen, etwa bei einer Markenrechtsverletzung. Unser Tool zeigt genau das, was die DENIC öffentlich freigibt, nicht mehr und nicht weniger.
Warum der Inhaberdatensatz oft leer ist
Seit Mai 2018 geben die meisten europäischen und viele internationale Registries keine personenbezogenen Daten mehr ungefragt heraus. Statt eines Namens sehen Sie „Redacted for Privacy" oder die generische Adresse des Registrars. Das ist keine Einschränkung unseres Tools, sondern geltende DSGVO-Rechtslage. Für eine Kontaktaufnahme bleibt meist nur der Weg über ein Formular des Registrars oder, bei .de, über die DENIC-Auskunft.
WHOIS für IP-Adressen
Das gleiche Prinzip funktioniert bei IP-Adressen, nur antwortet hier eine von fünf regionalen Internet-Registries: RIPE NCC für Europa, den Nahen Osten und Zentralasien, ARIN für Nordamerika, APNIC für den asiatisch-pazifischen Raum, LACNIC für Lateinamerika und die Karibik sowie AFRINIC für Afrika. Zurück kommen Organisation, Netz-Range im CIDR-Format, Adresse und AS-Nummer. Nützlich zum Beispiel, um zu prüfen, ob eine angreifende IP-Adresse aus einem bekannten Hoster-Netz stammt oder aus einem privaten Anschluss.
Wofür Sie das in der Praxis brauchen
Vor dem Domain-Kauf prüfen viele, wie alt eine Domain ist und wann sie zuletzt geändert wurde, weil das den Wert beeinflusst. Wer eine eigene Domain besitzt, behält das Ablaufdatum im Blick, damit sie nicht versehentlich an einen Dropcatcher fällt. Bei einer Markenrechtsverletzung liefert das WHOIS den Registrar, an den eine Abmahnung zugestellt werden kann. Und bei Spam oder Angriffen lässt sich über das Abuse-Kontaktfeld der Registry Kontakt aufnehmen.
Wie wir mit Ihrer Anfrage umgehen
Ihre Eingabe wird an die zuständige Registry weitergereicht, die Antwort direkt zurückgegeben. Eine Historie Ihrer Abfragen speichern wir nicht. Ein Rate-Limit verhindert automatisiertes Massenabfragen, das sonst schnell zu einer Sperre bei der Registry führen würde.