SSL-Zertifikat Checker: TLS-Zertifikate online prüfen

Prüfen Sie SSL-/TLS-Zertifikate jeder Domain: Gültigkeitszeitraum, Aussteller, Schlüsselstärke, SAN-Einträge und Restlaufzeit. Finden Sie die Ursache hinter Zertifikatswarnungen im Browser.

Zuletzt aktualisiert: 18. Juni 2026

"Ihre Verbindung ist nicht privat": woher dieser Fehler kommt

Chrome zeigt NET::ERR_CERT_DATE_INVALID, Firefox meldet SEC_ERROR_EXPIRED_CERTIFICATE, und wer die Domain per curl anspricht, sieht schlicht SSL certificate problem: certificate has expired. Alle drei Meldungen sagen dasselbe: Das Zertifikat, das der Server ausliefert, gilt aus Sicht des Browsers nicht mehr, oder nie. Genau in diesem Moment landen die meisten Nutzer auf dieser Seite, meist mit der Domain schon in der Zwischenablage.

Der Checker baut eine echte TLS-Verbindung zu Ihrer Domain auf und liest das ausgelieferte Zertifikat aus, so wie es jeder Browser auch tut. Das Ergebnis zeigt Ihnen, ob es sich um ein Ablaufproblem handelt, einen falschen Hostnamen, eine unvollständige Kette oder etwas anderes.

Was genau geprüft wird

  • Gültigkeitszeitraum: Ausstellungsdatum und Ablaufdatum. Ab etwa 30 Tagen vor Ablauf sollten Sie sich um eine Verlängerung kümmern.
  • Restlaufzeit in Tagen: besonders relevant bei Let's Encrypt, dessen Zertifikate standardmäßig nur 90 Tage gelten.
  • Aussteller: Let's Encrypt, DigiCert, Sectigo, GlobalSign, Google Trust Services und andere Zertifizierungsstellen (CAs).
  • Common Name und Subject Alternative Names (SAN): für welche Hostnamen das Zertifikat überhaupt gültig ist. Mehrere Domains in einem Zertifikat sind mittlerweile Standard.
  • Schlüssellänge und Algorithmus: RSA mit 2048 oder 4096 Bit, oder ein moderner ECDSA-Key (P-256/P-384).
  • Signaturalgorithmus: SHA-256 gilt als sicher, SHA-1 ist veraltet und wird von aktuellen Browsern nicht mehr akzeptiert.
  • Zertifikatskette: ob die notwendigen Intermediate-Zertifikate mitgeliefert werden.

Die häufigsten Ursachen hinter der Fehlermeldung

In der Praxis lassen sich fast alle Zertifikatsfehler auf eine Handvoll Ursachen zurückführen.

Ablauf, weil niemand zuständig war

Der Klassiker. Ein Zertifikat wurde manuell installiert, die Erinnerung ging unter, und irgendwann läuft es ab. Automatisiertes Renewal mit certbot, acme.sh oder integriert in Caddy verhindert das dauerhaft.

Falscher Hostname

Das Zertifikat gilt für www.example.com, aufgerufen wird aber example.com ohne www, oder eine Subdomain, die im Zertifikat gar nicht gelistet ist. Abhilfe schafft ein Wildcard-Zertifikat (*.example.com) oder ein SAN-Eintrag für jeden verwendeten Hostnamen.

Fehlende Zwischenzertifikate

Manche Browser, vor allem mobil, bringen die Intermediate-Zertifikate nicht selbst mit. Liefert Ihr Server nur das Endzertifikat aus, bricht die Validierung ab. Nginx und Apache erwarten die vollständige Kette in einer einzigen Datei.

Gemischte Inhalte und veraltete Protokolle

Lädt eine HTTPS-Seite Bilder oder Skripte über einfaches HTTP, blockieren moderne Browser das teilweise. Ähnlich kritisch: Server, die noch TLS 1.0 oder 1.1 akzeptieren, fallen bei PCI- und BSI-Audits durch. TLS 1.2 sollte das Minimum sein, TLS 1.3 der Standard.

Welcher Zertifikatstyp passt zu Ihrem Projekt?

  • DV (Domain Validation): nur die Domain wird geprüft. Kostenlos über Let's Encrypt, ausreichend für Blogs und kleine Webseiten.
  • OV (Organization Validation): die Firma wird zusätzlich verifiziert, Firmendaten stecken im Zertifikat. Üblich für Business-Websites.
  • EV (Extended Validation): aufwändigste Prüfung. Die früher grüne Adressleiste gibt es nicht mehr, die Detailinformationen im Zertifikat bleiben aber vorhanden.
  • Wildcard: deckt alle Subdomains einer Ebene ab (*.example.com), sinnvoll bei vielen wechselnden Subdomains.
  • Multi-Domain (SAN): mehrere unterschiedliche Domains in einem einzigen Zertifikat.

Checkliste, damit das Problem nicht wiederkehrt

  • Auto-Renewal einrichten, etwa über Certbot, acme.sh oder Caddy.
  • Ein einfaches Monitoring aufsetzen, das 30 Tage vor Ablauf eine Warnung schickt, sei es über Uptime-Robot oder ein eigenes Cron-Skript.
  • HSTS aktivieren, damit wiederkehrende Besucher automatisch HTTPS erzwingen.
  • Einen CAA-DNS-Record setzen, der festlegt, welche Zertifizierungsstelle für Ihre Domain ausstellen darf.
  • Gelegentlich einen Blick in die Certificate-Transparency-Logs werfen (crt.sh), um unautorisiert ausgestellte Zertifikate zu bemerken.

Datenschutz

Der Check öffnet eine TLS-Verbindung zum angefragten Server und liest ausschließlich das öffentlich ausgelieferte Zertifikat. Es werden keine sensiblen Daten übertragen, und die Ergebnisse speichern wir nicht.

Häufige Fragen zum SSL-Check

Warum ist mein Let's-Encrypt-Zertifikat schon nach 90 Tagen abgelaufen?

Let's Encrypt vergibt Zertifikate bewusst mit kurzer Laufzeit, um automatisierte Erneuerung zum Standard zu machen. Mit Certbot lässt sich die Verlängerung vollständig automatisieren, dann fällt das Problem gar nicht erst auf.

SSL oder TLS: reden wir hier über dasselbe?

Umgangssprachlich ja. Technisch heißt das eingesetzte Protokoll längst TLS (aktuell Version 1.3), SSL ist der veraltete Vorgängername, der sich im Sprachgebrauch gehalten hat.

Ich habe kein Ablaufproblem, aber der Browser warnt trotzdem. Woran liegt das?

Meist an fehlenden Intermediate-Zertifikaten, gemischten Inhalten (HTTP-Ressourcen auf einer HTTPS-Seite) oder veralteten Cipher-Suites. Der Check oben zeigt alle drei Punkte auf einen Blick.

Wie komme ich an ein kostenloses Zertifikat?

Über Let's Encrypt mit Certbot, alternativ ZeroSSL oder Google Trust Services. Viele Hosting-Anbieter bieten die Einrichtung inzwischen per Klick im Kundenmenü an.

Reicht ein einzelnes Zertifikat für example.com und www.example.com?

Nur, wenn beide Hostnamen als SAN-Einträge im Zertifikat stehen. Let's Encrypt trägt bei der Ausstellung normalerweise beide Varianten automatisch ein, sofern Sie es so anfordern.

Kann ich mit diesem Tool auch interne, selbstsignierte Zertifikate prüfen?

Nur, wenn der Server öffentlich über das Internet erreichbar ist. Zertifikate in einem internen Firmennetz ohne öffentliche Adresse sieht der Checker nicht, dafür brauchen Sie ein Tool im selben Netzsegment.